Mein Name ist Markus,ich bin 33 und z.Zt. erwerbslos. Mit letzterer Information geht man ja normalerweise nicht hausieren,aber sie bestimmt mein Budget, deswegen muss ich in diesem Fall wohl...
Ich bin ne radfahrende "Öko-Nudel" und über das Windowfarming auf die Aquaponik gekommen. Das Prinzip hatte ich bereits vorher aus dem gewerblichen / wissenschaftlichen Umfeld aufgeschnappt,und fand es sehr reizvoll, aber dass es auch in kleinem Maßstab funktioniert, habe ich erst vor einigen Monaten bei den Windowfarmern gesehen,und mich dann vor allem hier und bei BYAP und youtube orientiert und informiert.
Im Moment hab ich viel Zeit und wenig Geld, also ein guter Zeitpunkt um zu starten, oder?
Mein Projekt:
Ich möchte in meiner 15qm-Wohnküche hinterm Fenster ein kleines Aquaponik-System aufbauen,dass zumindest teilweise das einfallende Sonnenlicht (Fenster nach West-Süd-West) nutzt, aber auch zusätzlich beleuchtet werden kann.
Der Platz wird bestimmt durch ein niedriges Schaubregal, das 50 cm hoch ist und eine Fläche von 200x50 cm einnimmt. Die Beete (Growbeds) sind 3x E2-Fleischerkisten (LBH 60x40x15cm zusammen <100L) und werden quer auf's Regalgestellt, stehen also um 10 cm über, ebenso wie die beiden 54L-Aquarien, die zur Zeit zur Fischhaltung eingeplant sind.
Die beiden Becken werden mit einem Rohrbogen verknüpft, so dass sie immer den gleichen Wasserspiegel haben.Ins erste wird vom Sumpf das Wasser gepumpt, das zweite läuft über einen Siphon in die Beete über.
In der unteren Ebene des Regals soll der Pumpensumpf (noch nicht vorhanden) und die Entwässerungsleitungen der Beete untergebracht werden
Zusätzlich erweitere ich meine Windowfarm, die im Moment als Hydrokultur läuft und nach Fertigstellung des Aquaponik-Systems aus dem Pumpensumpf gespeist wird und in die Beete entwässert.
Ein Bild von der Baustelle hab ich angehängt, es ist aber noch wenig zu sehen.
-----
Ich habe keine Aquarien-Erfahrung,nur meine kleine Hydrokultur bisher.
Es sind im Moment 2 verbundene 54L-Becken, Ich dachte zunächst an Tilapia Mariae, aber denen ist das wohl deutlich zu eng oder?
Die Besatzdichte spielt keine Rolle, mir gehts primär um's Gemüse, aber 1-2x im Jahr würd ich halt gern auch nen Fisch braten und deswegen nur ungern reine Zierfische halten.
Gibt's essbare Fische, die sich in dem engen Becken nicht gegenseitig umbringen?
Schreibt mal, was euch so dazu einfällt, auch abseits der Fisch-Frage. Ich bin recht zuversichtlich,was die allgemeine Umsetzung angeht, aber für Tipps und Warnungen von denen, die ihr Projekt schon realisiert haben, bin ich natürlich dankbar.
Habe heute bei einem Fischhändler einen schönen Barsch gesehen. Ich selber hätte auf Marienbuntbarsch getippt. Habe aber zur Sicherheit 2 Fotos gemacht.
Können Die Fischartenexperten unter Euch meine Aussage bestätigen?
Hallo zusammen!
es ist zwar erst ca. 2 Wochen her, dass wir unser Flowbeet in Betrieb genommen haben, aber trotzdem berichte ich mal kurz über unsere ersten Erfahrungen.
Gebaut ist das Beet als Kasten aus OSB-Platten 2500x675x15 mit Dachlattenverstärkung der mit einer 0.5mm PVC-Folie ausgekleidet ist. Die Ecken der Folie werden einfach eingeschlagen.
Als Überlauf habe ich das gleiche Prinzip wie bei meinen FD- Beeten verwendet, mit dem kleinen Unterschied, dass ich in den Abschlussdeckel 3x3mm Löcher gebohrt habe, damit kein Unterdruck das Becken leerzieht.
Nebenbei: Wir haben ebenfalls lange am Siphon der FD-Beete rumgedoktert bis sie zuverlässig funktionierten. Wie sie gut funktionieren, berichte ich im nächsten Thema.
4 Flowboards wurden aus 2 Styrodurplatten 1250x600x20mm geschnitten (einmal quer durch) Die passen genau in die Breite des Beets. Die Löcher für die Netztöpfe 5cm habe ich mit einem Rundmesser (Rohrstück mit angearbeiteter Schneide) und dem Akkuschrauber ausgeschnitten.
Anfänglich haben wir eine Pumpe 600l/h benutzt, die aber wegen der Höhe dann nur noch knappe 60l/h förderte. Das war viel zu wenig und führte zusammen mit meinen Düngeversuchen und den Erde/Hydro Setzlingen zu einer allgemeinen Wurzelfäule.
Ergebnis: Becken leerräumen, ablassen, putzen, faulige Wurzeln zurückschneiden, Becken wieder mit frischem Wasser füllen.
Neue Pumpe mit 1000l/h (ist aber fast auch noch ein bisschen zu wenig, würde inzwischen eine 1600l/h nehmen)
Erst haben wir als Halter Neoprenmanschetten verwendet. (s.o.)
Dafür haben wir inzwischen ein viel besseres Material gefunden nämlich Filtermatten für Aquarienfilter!
Die schneiden wir mit dem gleichen Rundmesser. Anschliessend kommt noch ein Schlitz mit der Schere rein und fertig ist der Halter
Nach ein paar Tagen haben wir uns gewundert, das plötzlich alle Fische sehr unruhig wurden und sich ständig irgendwo gerieben haben.
Wir haben erst auf Parasiten getippt. Das war es nicht.
Nachdem wir eine Wasseprobe durch eine Glasküvette betrachtet haben, sind wir dann auf das Problem gekommen. Winzige Fasern, die sich aus der Steinwolle gelöst hatten, schwammen darin zu Tausenden!
Ergebnis: Becken leerräumen, ablassen, putzen, Netztöpfe mit Steinwolle herausnehmen, Setzlinge aus Steinwolle friemeln, mit Filtermattenschaum wieder in die Netztöpfe.
Glücklicherweise haben die FD Beete die Fasern im Fischtank herausgefiltert!
So, jetzt scheinen erst mal die gröbsten Schnitzer überwunden und wir freuen uns an den wachsenden Pflanzen und Fischen.
Fazit: Macht euch nicht unglücklich und verwendet Steinwolle in Flowbeeten von Aquaponiks Anlagen.
Übrigens haben wir 12 Goldfische in das Flowbeet gesetzt, die halten die Mückenlarfen und sonstiges Getier kurz und putzen Becken, Boards und Pflanzenwurzeln! und geben natürlich Pflanzennahrung!
heute rief mich ein Freund aus Deutschland an und sagte, er habe in den letzten Wochen in der Papierausgabe des Spiegels einen Bericht über Aquaponik in der Schweiz gelesen.
Ich habe hier keinen Zugriff auf den Papier-SPIEGEL und in der Online-Version ist nichts zu finden. Hat jemand das gelesen?
Danke
XK
Edit: Der Freund aus D weiß nicht mehr viel dazu, weil er das gelesen hatte, ohne zu wissen, dass ich mich dafür interessiert.
Hallo zusammen!
Nach einigen Monaten in China (Insel Nan Ao bei Shan Tou), bin ich wieder zu Hause in Wien.
Mein System Algen / Tilapia hat während meiner Abwesenheit deutlich gelitten.
30 % Ausfall bei den Fischen und die Algen kaum noch zu finden.
Aber nach 2 Wochen beginnt sich das ganze wieder zu stabilisierten.
Zu Erinnerung, habe ein System Algen (anfangs Chlorella) mit Tilapia.
Statt Tomaten, Gurken und Co züchte ich in meinem Grow Bed (senkrechte Kolonnen) Algen.
Das belastete Abwasser von den Fischtanks wird zu Reinigung über Algenkolonnen zirkuliert.
Algen, ein hochwertiges Nahrungsmittel hat neben Mineralien und Vitaminen einen erheblichen Ölanteil, mit den besonders gepriesenen Omega 3- Fettsäuren.
Mit den Fischabwässern, Licht und CO2 können sie sich innerhalb von 24 h verdoppeln.
Eine Wachstumsgeschwindigkeit wovon unsere herkömmlichen Kulturpflanzen weit entfernt sind.
Vordringlich bin ich gerade dabei die Algen Kollektoren zu vergrößern und auszutüfteln, wie man den anfallend Schlamm mit Hilfe der Algen wieder in Fischfutter umwandelt.
Hey Jens,
glaub mal die Scheine waren mein kleineres Problem...
Wirst es nicht glauben, wenn sie dir 25 Seiten Papier auf den Tisch legen.
Und das nur für "bekannte" Fischarten, ein Ausländer wie Tilapia macht um einiges mehr Ärger.
Und nein es ist denen nicht egal, wenn du nur Gemüse verkaufen willst.
Die "Fäkalien" kommen ja von den Fischen, und wenn man sowas macht, ist auch die Hälterung von Fischen in der Konstellation "Meldungspflichtig"
Ich musst leider meine kois in mein system packen und die haben mir anscheind wegen dem streß jetzt die Weißpünktchenkrankheit(Ichthyophthirius multifiliis) eingeschleppt.
Habe bereits 9 Tilapias verloren und wollte bevor ich zu Malachitgrün greife fragen ob ihr eine alternative dazu kennt.
ich bin erst vor kurzem auf das Aquaponik Thema gestossen, weil ich nach einer Möglichkeit suche, Fisch und Gemüse auf unserem neuen Land hier im Norden Brasiliens zu züchten. Bin mir noch nicht sicher, ob das hier so einfach ist, weil das Klima hier wirklich sehr heiss ist ( selten unter 30° Celsius), und einige Monate auch sehr trocken sein kann. Bin noch auf der Suche nach Anfänger-Geigneter Literatur, und würde mich freuen, wenn mir jemand ein paar Tips geben könnte :)
vielen haben bereits Ihr erstes System am laufen.
Daher eröffnet sich die Frage ob ihr richtig kalkuliert habt.
Umfrage wegen der Statistik, und bitte separat reinschreiben:
- Wieviel Fische in welcher Größe ihr wann besetzt habt
- Auf wieviel Liter Wasser und Kies
- Wasserwerte wenn vorhanden...
ich heiße Frank und bin Mitglied bei Transition Hamburg. Das ist eine Gruppe, die sich zur Transition-Bewegung zugehörig fühlt und die 2005 aus der Permakultur (= permanent agriculture) hervorgegangen ist. Derzeit gibt es 400 Initiativen weltweit. Im Wesentlichen möchte die Bewegung helfen, unsere Welt etwas nachhaltiger zu machen - und zwar nicht durch Reden, sondern durch konkretes Handeln vor Ort. Da - je nach Statistik - 35-40% des Energieaufwandes insgesamt in die Nahrungsmittelherstellung fließen, sind aus sicht von Transition/Permakultur/Nachhaltigkeit lokalere und damit in Städten urbane Mittel zur Nahrungsmittelerzeugung interessant. Gekoppelt mit alternativen Energien scheint Aquaponik eine ideales Kernsystem zu sein, dass sich beliebige erweitern lässt (wie etwa der TED-Talk "Getting more with less" (20min) von Charlie Price zeigt: http://www.youtube.com/watch?v=7nIL9hWW3-Q. Das dort vorgestellte FARM:Shop-Konzept hat es uns angetan und wir würden gerne so etwas in Hamburg realisieren. Herz des Shops ist ein gut funktionierendes, profitables Aquaponik-System - daher wollen wir jetzt mit ersten Experimenten beginnen und ich bin gespannt von Euch zu lernen und vielleicht später den ein oder anderen mal zwecks Besichtigung eurer Anlagen besuchen zu können.
Ich persönlich schreibe gerade an meiner Master-Arbeit und erprobe mich selbst in einem low-impact-life-Style (sowohl ökologisch, als auch finanziell). Ich dokumentiere das in meinem Blog http://www.genughaben.de wo ich einmal pro Woche etwas über nachhaltigkeit, (finanziell) unabhängigeres Leben oder mehr Zufriedenheit schreibe.
Ich freue mich auf einen spannenden Austausch!
Grüße aus Hamburg
Frank